Wissen

Beratung: wissenschaftlich Fundiert

“Zweck des Vereins ist die Förderung der professionellen und wissenschaftlich fundierten Beratung/Counseling”

(DGfB-Satzung, § 2.1)

Das Angebot an Beratungsdienstleistungen ist vielfältig und unübersichtlich. Für Ratsuchende ist es nicht leicht, “die Spreu vom Weizen zu trennen” und die Qualität eines Beratungsangebot schon im Vorfeld zu erkennen. Deshalb setzt die Deutsche Gesellschaft für Beratung (DGfB) sich ein für wissenschaftlich fundierte Beratung und Weiterbildung. Berater*innen unter dem Dach der DGfB verfügen in der Regel über eine solide, wissenschaftlich begründete Qualifikation.

 

Wie wir Beratung heute verstehen

Nicht alles, was im allgemeinen Sprachgebrauch Beratung heißt, ist auch Beratung im Sinne der DGfB. Wir stehen für die Formen der Beratung, bei denen die Reflexion im Mittelpunkt steht. Professionelle Berater*innen im Sinne der DGfB unterstützen Menschen dabei, berufliche und private Entscheidungen zu treffen. Weitere, ebenso anspruchsvolle Beratungsformen, in denen z.B. Rechtsanwält*innen und Steuerberater*innen stellvertretend für ihre Mandanten handeln oder Menschen in erster Linie mit Informationen versorgen, beraten anders. Ebenso wie z.B. Bankberater*innen und Berater*innen in Verkauf und Vertrieb. Auch von der Psychotherapie grenzt sich die Beratung ab. Sie wendet sich an Personen, die seelisch gesund sind.

DGfB 2004: Beratungsverständnis (zum Download klicken)

Weil im Beratungsverständnis der DGfB die Begleitung bei Reflexions- und Entscheidungsprozessen auf Augenhöhe im Mittelpunkt steht, sprechen wir auch von Reflexiver Beratung. Ihre Position zur reflexiven Beratung hat die DGfB im Jahr 2015 in ihrem Positionspapier “Beratung in der reflexiven Gesellschaft” zusammengefasst.

Leben in einer reflexiven Gesellschaft

Wir leben in einer Gesellschaft, deren Akteure (Einzelne, Familien, Vereinigungen, Organisationen, Unternehmen …) mit hohen Anforderungen und eigenen Ansprüchen konfrontiert sind. Dies verlangt von ihnen,€

  • sich mit sich selbst, ihren Beziehungen und ihrer Position in der Gesellschaft auseinander zu setzen,€
  • Entwicklungen zu beobachten und sich zu ihnen zu verhalten€
  • und Konsequenzen für das eigene Leben und Handeln zu ziehen.

Diese Entwicklung wird in der Gesellschaftstheorie „reflexive Modernisierung“ genannt.

Um den Herausforderungen der modernen reflexiven Gesellschaft gerecht zu werden, nehmen die Akteure mittlerweile so oft und vielfältig die Dienstleistung „Beratung“ in Anspruch, dass eine beratungslose Gesellschaft geradezu unvorstellbar erscheint. Beratung ist gängige und erfolgreiche Praxis in allen Lebens- und Arbeitsbereichen. Sie stützt und begleitet die Entwicklung von Menschen, Organisationen, Unternehmen und Projekten. Sie ist eine eigenständige Profession und feste Institution der reflexiven Gesellschaft geworden. Daraus sind Konsequenzen zu ziehen:

Die Bedeutung reflexiver Beratung

Beratung in der reflexiven Gesellschaft ist wesentlich reflexive Beratung. Sie kann den gesellschaftlichen Akteuren dabei helfen, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen, Erfahrungen, Beziehungen und Vernetztheiten zu reflektieren. Jenseits rein informatorischer Beratung macht sich bei reflexiver Beratung der zu Beratende mit seinen sozialen und gesellschaftlichen Bezügen selbst zum Gegenstand prüfender Betrachtung.

Beratung in diesem Sinne reicht also über die Selbstreflexion hinaus und reflektiert in professioneller Weise – auf wissenschaftlicher Grundlage – auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge.Dabei orientiert sich die reflexive Beratung an Menschen- und Grundrechten sowie den Erfordernissen von Gerechtigkeit und Partizipation.”

(Auszüge aus dem Positionspapier der DGfB, 2015)

Wissenschaftlich fundierte Weiterbildung

Um dem Anspruch an eine wissenschaftlich fundierte Beratung genügen zu können, brauchen Berater*innen eine wissenschaftlich begründete Qualifizierung. Sie erwerben Beratungskompetenzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. So können sie ihr Vorgehen in der Beratung jederzeit seriös begründen und verantworten.

Die Deutsche Gesellschaft für Beratung hat ihre Ansprüche an eine wissenschaftlich fundierte Beratungsqualifizierung in ihren “Essentials einer Weiterbildung Beratung / Counseling” festgeschrieben. Schon die Zugangsbedingungen zu einer entsprechenden Weiterbildung sind anspruchsvoll. Grundvoraussetzung für eine Weiterbidlung zur professionellen Berater*in  ist i.d.R. ein abgeschlossenes, einschlägiges Hochschulstudium in Verbindung mit Berufserfahrung. Hinzu kommt die persönliche Eignung. In einem umfangreichen, berufsbegleitenden Weiterbildungsprozess befassen die Teilnehmer*innen sich mit der Entwicklung ihrer persönlichen Kompetenzen, dem Aufbau theoretischen Wissens und der notwendigen Praxiskompetenz. Bei gleichbleibendem Qualitätsanspruch kann in den unterschiedlichen Weiterbildungen der DGfB-Mitgliedsverbände eine bunte Vielfalt von Beratungsverfahren erworben werden. Dazu zählen psychoanalytische, humanistisch-psychologische, systemische und verhaltenspsychologische Ansätze. Beratungsweiterbildungen, die den Ansprüchen der Essentials genügen, sind zusammen dargestellt in der sogenannten “Synopse”, die regelmäßig aktualisiert wird.

Titelbild: Emil Widlund (unsplash.com)

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